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Im Kino: „18 Comidas“

18 Comidas

Episodenfilme sind ein bisschen wie Einkaufszentren: Für jeden ist etwas dabei, aber meist will man doch das eine nicht und von anderem etwas mehr, das Angebot ist eher breit und geht kaum in die Tiefe. Insofern ist auch „18 Comidas“ eher ein Büfett als ein einzelner Gang aus der Sterne-Küche. Essen benutzt Filmemacher Jorge Coira dabei als dramaturgische Klammer, zeigt in drei Kapiteln Frühstück, Mittag- und Abendessen im nordspanischen Santiago de Compostela. Dabei geht es nicht unbedingt um die Mahlzeiten, die teils liebevoll angerichtet, teils hastig heruntergeschlungen werden, sondern um Essen als soziale Handlung, um die Gespräche bei Tisch. Und da wird fast jede Lebenslage und Befindlichkeit angeschnitten, es geht um Liebe und Enttäuschungen. In einigen der Episoden ist das amüsant, oft aber auch etwas bieder und betulich; besonders ein eher unfreiwilliges Coming-out wirkt seltsam altbacken. Und auch wenn „18 Comidas“ sehr schöne Momente hat, wie die Geschichte der Hausfrau und Mutter, die einen alten Freund und Straßenmusiker zum Mittag einlädt, um ihm von ihrer Sehnsucht zu erzählen, bleiben hier leider nur süßsaure Häppchen.

Text: Thomas Klein

Foto: Cine Global Filmverleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „18 Comidas“ im Kino in Berlin

18 Comidas, Spanien 2010; Regie: Jorge Coira; Darsteller: Luis Tosar (Edu), Federico Pйrez Rey (Tuto), Vнctor Fбbregas (Fran); 101 Minuten; FSK k.?A.

Kinostart: 17. Januar

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