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Im Kino: „32 A“

Nach und nach treten alle Mitglieder der Familie von Maeve (die Eltern und die drei Geschwis­ter) aus der Küche in den Flur, um einen kurzen Blick zu erhaschen auf den fremden Jungen, der da, vom Regen durchnässt, vor der Tür steht, um Maeve zu besuchen. Das ist das erste Mal, offenbar, auch für die 13-jährige Maeve, die kurz zuvor erstmals in einen BH geschlüpft ist. So lakonisch und liebevoll in den Details wie diese Szene ist „32 A“ als Ganzes: ein Film über die erste Liebe und den Stress, den diese mit Eltern, Geschwistern und vor allem der Freundinnenclique verursacht. Dass man sich diese altbewährte Geschichte gerne ansieht, liegt nicht zuletzt an der Hauptdarstellerin Ailish McCarthy, die genau die richtige Mischung aus Neugier und Trotz besitzt.
„32 A“ ist in Dublin im Jahr 1979 angesiedelt, im Kino sehen die Freundinnen „Saturday Night Fever„, aber nie schleicht sich über explizites Dekor ausgestellte Nostalgie ein, bei den eingesetzten Musikstücken beweist der Film denselben guten Geschmack wie die drei Freundinnen, die Maeve zum 14. Geburtstag mit Joe Jacksons Debüt-LP „Look Sharp“ erfreuen. „32 A“ ist übrigens das Regiedebüt von Marian Quinn, einschlägig vorbelastet durch ihre Brüder, den Schauspieler Aidan und den Kameramann Declan.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Sehenswert

Zeiten und Orte: „32 A“ im Kino in Berlin

32 A, Irland 2007; Regie: Marian Quinn; Darsteller: Ailish McCarthy (Maeve), Sophie Jo Wasson (Ruth), Orla Long (Orla); Farbe, 89 Minuten

Kinostart: 25. Juni

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