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Im Kino: „Alles koscher!“

Alles koscher!

Mahmud Nasir (Omid Djalili) ist nicht unbedingt ein Vorzeige-Moslem: Der bierbäuchige Glatzkopf und Minicab-Fahrer mag schlimmen Achtziger-Pop und poltert auch schon mal los, ins Londoner East End passt er perfekt. Doch demnächst wird der liebende Vater ein wenig islamische Frömmigkeit heucheln müssen, damit sein Sohn die Tochter eines „Hasspredigers“ heiraten kann.
Aber dann entdeckt Mahmud im Nachlass seiner Mutter ein Dokument: Er ist adoptiert worden, seine wirklichen Eltern waren Juden. Von dem als Taxifahrer in London gestrandeten Amerikaner Lenny (Richard Schiff) lässt sich Mahmud nun das Judentum beibringen. Bald schon pendelt Mahmud hektisch zwischen Synagoge und Moschee, Koran und altem Testament hin und her.
Die Kombination aus Bitterkeit (etwa wenn Mahmud im Internet den Begriff „Jude“ eingibt und auf zahllose Seiten antisemitischer Hetze trifft) und Albernheiten funktioniert eigentlich ganz gut. Filmisch ist das jedoch lediglich wie ein Fernsehfilm umgesetzt, und es fehlt zudem der Biss: Statt großer Religionskritik gibt es hier nur die naiv-versöhnliche Botschaft, jede Glaubensrichtung sei irgendwie gut.

Text: Thomas Klein

Foto: Senator Film

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Alles koscher!“ im Kino in Berlin

Alles koscher! (The Infidel), GB 2010; Regie: Josh Appignanesi; Darsteller: Omid Djalili (Mahmud Nasir), Richard Schiff (Lenny Goldberg), Archie Panjabi (Saamiya Nasir); 105 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 30. Juni

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