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Im Kino: „Anomalisa“

Anomalisa

Charlie Kaufman hat Wahn und Wirklichkeit als Autor und Regisseur immer wieder in bizarren Erzählungen verwoben: In „Being John Malkovich“ (Regie: Spike Jonze, 2000) hat er eine Hintertür in den Kopf von Malkovich gefunden, in „Synecdoche, New York“ (2008) eine ganze Theaterstadt für seinen maßlosen Helden erschaffen. In „Anomalisa“ entwirft er nun (gemeinsam mit Koregisseur Duke Johnson) einen berührenden Stop-Motion-Animationsfilm aus dem Blickwinkel eines Motivationsredners, der zu einer Tagung für Kundendienstmitarbeiter in Cincinnati unterwegs ist. Es ist eine veristische, aber zugleich surreale Welt: Die Menschen um Michael scheinen alle die selbe Stimme und dieselben Gesichter (allesamt Duplikate aus dem 3D-Printer) zu haben – bis auf Lisa, die eines Abends seinen Weg im Hotel kreuzt. „Anomalisa“ fusioniert paranoide und hyperrealistische Elemente, während sich zugleich Michaels langsamer mentaler Zusammenbruch als ein in jeder Hinsicht bewegender Moment in Lisas Leben erweist.

Text: Robert Weixlbaumer

Foto: Paramount Pictures 2015. All Rights reserved.

Orte und Zeiten: „Anomalisa“ im Kino in Berlin

Anomalisa, USA 2015; Regie: Charlie Kaufman, Duke Johnson; Darsteller: Stimmen: Jennifer Jason Leigh (Lisa), David Thewlis (Michael Stone), Tom Noonan (alle anderen); 91 Minuten

Kinostart: Do, 21. Januar 2016


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