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Im Kino: „Apple Stories“ von Rasmus Gerlach

Apple_Stories_03_c_2012_Rasmus_Gerlach_Real_Fiction_FilmverleihDass große Elektronikkonzerne keine Wohltäter sind, sondern kühl rechnende Aktiengesellschaften, deren Ziel es ist, größtmöglichen Profit zu erwirtschaften, dürfte sich eigentlich herumgesprochen haben. Insofern rennt Rasmus Gerlachs Dokumentation „Apple Stories“ allenfalls offene Türen ein. Gerlach dokumentiert den Herstellungsprozess der hübschen weißen Elektronikprodukte und die dabei zum Himmel stinkenden Arbeitsbedingungen, aber viel Neues kommt dabei nicht heraus. Natürlich würden sich Sicherheitsexperten über die Situation in den Zinnminen Ruandas die Haare raufen, und natürlich werden die chinesischen Wanderarbeiter in den Zulieferbetrieben schamlos ausgebeutet – die Selbstmordwelle bei Foxconn vor einigen Monaten sprach Bände. So funktioniert Kapitalismus, man hätte den gleichen Film auch über die Herstellung von Sportschuhen drehen können. Apple eignet sich allerdings deshalb gut, weil der Konzern mit seiner in sich geschlossenen Produktpalette auf clevere Weise auch ein Image verkauft, das so überhaupt nicht zu den geschilderten Arbeitsbedingungen passen mag. Das Verhalten der Apple-Junkies im Westen wird diese Erkenntnis allerdings nicht ändern – und den Computer aus ökologischem Anbau gibt es ja leider auch noch nicht.

Text: Lars Penning

Foto: Rasmus Gerlach / Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Apple Stories“ im Kino in Berlin

„Apple Stories“ Deutschland 2012; Regie: Rasmus Gerlach; 87 Minuten; FSK 6;

Kinostart: 22. August

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