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Im Kino: „Auf der sicheren Seite“

Cornelia Wichmanns und Lukas Schmids Dokumentarfilm ist als vergleichende Studie über Gated Communities in drei Kontinenten angelegt. Die episodisch strukturierten Porträts einzelner Bewohner solcher Anlagen in Südafrika, Indien und den USA sind dabei von kleinen Abschweifungen unterschnitten. In ihnen kommen, stets mit wacher beweglicher Kamera gefilmt, auch einige Bedienstete und deren Umfeld von der „anderen“, unsicheren Seite zu Wort.
Zu weiten Teilen geht es dem Film jedoch um einen Blick ins Innere der sich vor einer als feindlich empfundenen Außenwelt abschottenden Bewohner. Er fokussiert auf die psychosozialen, vereinzelnden Effekte des Lebens hinter videoüberwachten Mauern und Absperrungen. Den Selbstdarstellungen von Menschen aus der Mittel- und Oberschicht, die Sicherheit und ein glückliches, konfliktarmes Leben hinter den schützenden Mauern suchen, begegnet der Film dabei mit einer Mischung aus routinierter Neugier und reservierten Vorbehalten. Der so entstehende Blick auf die in den Anlagen vorherrschende suburbane Monokultur ist irritiert, aber nicht verunsichernd.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Auf der sicheren Seite“ im Kino in Berlin

Auf der sicheren Seite,  Deutschland 2009; Regie: Corinna Wichmann, Lukas Schmid; Farbe, 80 Minuten

Kinostart: 29. April

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