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Im Kino: „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“

„Niemals vergessen!“ – das schworen sich die Überlebenden des Holocaust. Eric Kandel, 1929 in Wien geboren, musste als Neun­jähriger mit seiner jüdischen Familie in die USA emigrieren und lernte dort, seine Kindheitstraumata aufzuarbeiten. Er wurde Psy­choanalytiker, Mediziner und erforscht seit den 1960er Jahren die Funktionsweise des Gedächtnisses. 2000 wurde die Arbeit des charismatischen Neurowissenschaftlers mit dem Nobelpreis der Medizin honoriert. „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ heißt seine Autobiografie, in der Kandel sein Werden und Schaffen reflektiert.
Regisseurin Petra Seeger hat sie kongenial verfilmt. Sie folgt Kandel und seiner Familie auf einer Reise zu Kindheitsorten nach Wien und stellt einschneidende Momente in Spielszenen nach. Kandels Erinnerungen liefern zahlreiche Anknüpfungspunkte zu seiner Forschungsarbeit. Laborbesuche zeigen nicht nur, wie unter dem Mikroskop Synapsen wachsen und sich Lernprozesse manifestieren, sondern auch die kreative Atmosphäre im Team. Kommunikation ist wichtig, ein permanenter Gedankenaustausch. Und so darf man den „Rockstar der Neurowissenschaften“ auch zu Gesprächen mit anderen geis­tigen Hochkarätern begleiten. Un­terhaltsam, lehrreich, spannend.

Text: Cristina Moles Kaupp

Orte und Zeiten: „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ im Kino in Berlin

tip-Bewertung: Sehenswert

Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel, Deutschland 2008; Regie: Petra Seeger; Farbe, 95 Minuten

Kinostart: 25. Juni

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