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Im Kino: „Auf der Suche“

Auf der Suche

Dem Spezialthema Mütter und Söhne widmet sich „Auf der Suche“, der dritte Spielfilm von Jan Krüger („Unterwegs“, „Rückenwind“). Corinna Harfouch gibt darin die in sich verkantete Valerie, die ihren längst erwachsenen Sohn Simon einfach nicht loslassen will. Er hat sich schon längst von Karlsruhe nach Marseille gerettet, arbeitet als Arzt, träumt von Marokko und den hübschen Knaben dort. Nun hat Valerie seit einer Woche nichts mehr von Simon gehört und macht sich zutiefst verstört mit dessen Ex-Freund Jens in Marseille auf die Suche.
Recht konstruiert jagen die beiden diversen Hinweisen hinterher, schauen ins Leere und projizieren munter die eigenen Konflikte aufeinander. Und das, obwohl sie sich eigentlich nichts zu sagen haben. „Auf der Suche“ arbeitet mit Sehnsuchtsorten und Fluchtrouten, taucht das spätherbstliche Marseille in Fernweh weckende Bilder und findet leider nie genügend Ruhe, um deren Wirkung richtig zu entfalten. Denn Valerie und Jens sind ständig in Bewegung, als müsste einer dem anderen beweisen, dass er oder sie Simon besser kannte. Schade.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Salzgeber

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Auf der Suche“ im Kino in Berlin

Auf der Suche, Deutschland/Frankreich 2011; Regie: Jan Krüger; Darsteller: Corinna Harfouch (Valerie), Nico Rogner (Jens), Trystan Pütter (Simon); 88 Minuten; FSK 6

Kinostart: 10. November

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