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Im Kino: „Auferstanden“

Im Kino:

Kaum einmal hat man die kühle Kammer so gründlich versiegelt gesehen wie in „Auferstanden“ von Kevin Reynolds, wo wirklich alles darauf hinausläuft, dass nur ein Wunder den Stein beseitigen konnte. Die bekannte biblische Geschichte wird hier aus der Perspektive eines römischen Offiziers erzählt, der den Auftrag bekommt, eine Ersatzleiche zu beschaffen, damit niemand auf den Gedanken kommt, Jesus hätte sich seiner irdischen Hülle in einen höheren Zustand hinein entledigt. Clavius (Joseph Fiennes) lernt die Anhänger des Propheten aus Galiläa kennen, und muss dann ganz schön lange irrsinnig ernst schauen, damit niemand merkt, dass er schon halb bekehrt ist.
„Auferstanden“ ist fast noch naiver als die Bibelschinken der 50er-Jahre: Zwischen mürrischen Juden und schnöseligen Römern laufen die Urchristen herum, als hätten sie gerade die große Rede von George Clooney aus „Hail, Caesar!“ vernommen. „Auferstanden“ nimmt nicht die Bibel wörtlich, sondern eine bestimmte Mischung aus Frömmigkeit und Detailfetischismus, die schon Mel Gibsons Version des Heilsgeschehens „ausgezeichnet“ hat. Wer’s glaubt, wird selig.     

Text: Bert Rebhandl

Foto: 2016 Sony Pictures

Orte und Zeiten: Auferstanden

Risen (OT) USA 2016, 107 Min., R: Kevin Reynolds, D: Joseph Fiennes, Cliff Curtis, Peter Firth

?Kinostart: Do, 17. März 2016

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