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Im Kino: „Banklady“

Banklady

Hamburg, Anfang der 60er-Jahre; noch kündet wenig von der bevorstehenden Studentenrevolte. Das pathologisch spießige Nachkriegsdeutschland verbirgt seine Schuld kollektiv hinter Primelkästen und geblümten Gardinen. Gisela Werler führt ein Dasein im Schatten. Anfang 30 und unverheiratet, malocht sie jeden Tag in einer Tapetenfabrik. Doch als sie den hedonistischen Gauner Hermann Wittorff kennenlernt, sieht sie die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens. Sie entflieht der Enge und wird zur ersten Bankräuberin der Bundesrepublik.
„Banklady“ erzählt die wahre Geschichte jener Gisela Werler, die sich ein paar Jahre vor Kaufhausbrand und RAF-Rabatz dem Geschäft des Bankraubs verschrieb – nicht aus politischen Gründen, sondern fürs private Capri-Idyll. Aus der deutschen Bonnie-und-Clyde-Geschichte über die „Räuberbraut“ – von den Medien zur Femme fatale stilisiert – und ihren windigen Geliebten hat Regisseur Christian Alvart ein mit Nadeshda Brennicke und Charly Hübner charmant besetztes Gangsterdrama gemacht; die unbehagliche Post-Fünfziger-Kulisse macht die Motivation zum Bankraub dabei durchaus verständlich.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: 2012 Stefan Erhard / SYRREAL ENTERTAINMENT GmbH / Studiocanal GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Banklady“ im Kino in Berlin

Banklady, ?Deutschland 2013; Regie: ?Christian Alvart; Darsteller: Nadeshda Brennicke (Gisela ?Werler), Charly Hübner (Hermann Wittorf), Ken Duken (Kommissar Fischer); 118 Minuten; FSK 12

Kinostart: 27. März

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