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Im Kino: „Barbara“ mit Nina Hoss

Barbara

Der Anfang ist purer Hitchcock. Ein Linienbus fährt zu einer Haltestelle an einem unbelebten Platz. Die Fahrgäste steigen aus, darunter eine blonde Frau. Der Platz leert sich, nur die Blonde setzt sich auf eine Bank, raucht und wartet. Zwei Männer observieren die Ankunft. Eins ist sofort klar: Barbara ist auf sich allein gestellt und steht unter Beobachtung. Wir schreiben das Jahr 1980 in der DDR.
Weil sie einen Ausreiseantrag in den Westen gestellt hat, wird Barbara in ein Krankenhaus an der Ostsee strafversetzt. Der Geliebte aus dem Westen bereitet ihre Flucht vor. Doch sie hat nicht mit Andre gerechnet, dem Chef des Krankenhauses. Plötzlich ist nichts mehr eindeutig. Am Tag der Flucht muss sich Barbara entscheiden – zwischen zwei Männern, zwei Gesellschaften, zwei Lebensentwürfen.
„Barbara“ ist ein schnörkellos erzähltes nüchternes Drama, das grundiert wird von einer unaufdringlichen Spannung aus berechtigter Verfolgungsangst und ständiger Ungewissheit. Fantastische Schauspieler, ein konsequentes Drehbuch und eine brillante Kameraarbeit machen „Barbara“ zu einem Kino-Höhepunkt des Jahres.

Text: Volker Gunske

Foto: Piffl Medien

tip-Bewertung: Herausragend

Orte und Zeiten: „Barbara“ im Kino in Berlin

Barbara, Deutschland 2012; Regie: Christian Petzold; Darsteller: Nina Hoss (Barbara), Ronald Zehrfeld (Andre), Jasna Fritzi Bauer (Stella); 105 Minuten; FSK 6

Kinostart: 8. März

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Christian Petzold

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