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Im Kino: „Bavaria – Traumreise durch Bayern“

Bavaria - Traumreise durch Bayern

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Joseph Vilsmaier will die Schönheit seiner Heimatregion dem Rest der Republik nahebringen und erweist ihr dabei einen Bärendienst. „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ ähnelt eher einem überlangen Tourismus-Werbespot auf grenzdebilem Niveau als einer ernsthaften ethnologischen oder auch nur geografisch sinnvollen Erkundung des Freistaats. Der über keinerlei visuelles Konzept verfügende Film besteht aus unzähligen Luftaufnahmen malerischer Städtchen voller Kirchen, Klöster, Schlösser und Burgen. Dazu ertönen abwechselnd von Haindling verbrochene Fahrstuhlmusik und ein pseudo-launiger, dafür null Informationen bietender Off-Kommentar, den der Regisseur selbst vorträgt, nein, nuschelt. Zwischendurch werden die Bajuwaren bei der Ausübung ihres sonderbaren Brauchtums gezeigt: „Mir samma mir!“ ertönt zu Dirndldrahn und Schuhplattln, die Humpen werden geschwungen, der „Kini“ wird beschworen – und dann wird zur Abwechslung mal wieder ein Kirchturm überflogen. Ohne auch nur den Hauch eines kritisch reflektierenden Ansatzes zu bieten, reiht „Bavaria“ ein steinzeitliches Bayern-Klischee ans andere – bis es weh tut. Gott steh‘ Dir bei, Du Land der Bayern!

Text: Alexandra Seitz

Foto: Concorde Filmverleih

tip-Bewertung: ärgerlich

Orte und Zeiten: „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ im Kino in Berlin

Bavaria – Traumreise durch Bayern, Deutschland 2012; Regie: Joseph Vilsmaier; 92 Minuten;FSK k.A.

Kinostart: 26. Juli

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