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Im Kino: „Bekas“ von Karzan Kader

Nach Amerika wollen sie. Amerika! Das liegt gleich da hinter den Bergen, man braucht bloß den ersten Schritt zu tun. Dumm nur, wenn dieser erste Schritt 1990 in einem kleinen Dorf im irakischen Kurdistan getan wird und die, die ihn tun, die Brüder Zana und Dana sind, zwei verwaiste kleine Jungs, die weder Geld noch Pässe haben. Da wird schon der Weg zur Grenze zum grenzenlosen Abenteuer.
Karzan Kader, der als Sechsjähriger mit seiner Familie aus dem Irak floh und elf Monate nach Schweden unterwegs war, verarbeitet in dem an Originalschauplätzen gedrehten „Bekas“ eigene Erlebnisse. Dabei lässt er die naiven Machbarkeitsvorstellungen seiner kleinen, von Laien gespielten Helden immer wieder mit der harten Realität, vorzugsweise in Gestalt gewalttätiger Erwachsener, kollidieren und ruft mit den resultierenden herben Wechseln zwischen komischer und tragischer Tonlage heftige Irritationen hervor. Angesichts der Verzweiflung hat die Hoffnung die größte Chance aufs Überleben in den Kindern.

Text: Alexandra Seitz

Foto: 2012 Sonet Film AB

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Bekas“ im Kino in Berlin

„Bekas“, ?Schweden/Finnland 2012; Regie: Karzan Kader; Darsteller: Zamand Taha (Zana), Sarwar Fazil (Dana), Diya Mariwan (Helliya); 97 Minuten; FSK 6; Kinostart: 10. April

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