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Im Kino: „Bergfest“

Bergfest

Hier treffen nach acht Jahren Funkstille der Jungschauspieler Hannes (Martin Schleiß) und sein Vater Hans-Gert (Peter Kurth), ein alternder Haudegen und Theaterregisseur, aufeinander, begleitet von ihren Partnerinnen. Die Kamera gibt Raum, in der Beobachtung der Gesichter zu verweilen, den menschlichen Versäumnissen und offenen Fragen nachzuspüren, und findet auch Bilder für die subtilen Kraftproben und deren allmähliche selbsttherapeutische Eskalation.
In zehn Tagen gedreht, ohne öffentliche Fördergelder, hat „Bergfest“ ein wenig das Flair der Dogma-Filme und erinnert an Thomas Vinterbergs filmischen Mut zur familiären Krise. Versuche der Annäherung wechseln mit Momenten, in denen man sich „ans Bein pisst“, konkret und später auch symbolisch, wenn Hannes mit der Freundin des Vaters ins Bett geht. Die in diesen und vergleichbaren Szenen erkennbare Mystik des Psychologischen ist es schließlich aber auch, die „Bergfest“ mit seinen Deutungen weniger originell erscheinen lässt, als die Ausgangskonstellation verspricht.

Text: Iris Depping

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Bergfest“ im Kino in Berlin

Bergfest, Deutschland 2009; Regie: Florian Eichinger; Darsteller: Anna Brüggemann (Ann), Peter Kurth (Hans-Gert), Martin Schleiß (Hannes); 88 Minuten

Kinostart: 8. Juli

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