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Im Kino: „Berlin: Hasenheide“

Berlin: Hasenheide

Für die einen ist die Neuköllner Hasenheide eine No-go-Area, für die anderen ein rund 50 Hektar großer Freiluft-Parcours für Freizeitaktivitäten aller Art. Dunkle Gestalten, Dealer und Polizisten sieht man in der Dokumentation von Nana Rebhan weniger, auch den geschichtlichen Abriss des Areals schenkt sie sich. Stattdessen wirft sie ein Auge auf all jene schrägen Gestalten, die hier der Hauptstadt-Hipness trotzen: Menschen mit Spleens und eigenem Kopf, die diesem Park ihren eigenen Stempel aufdrücken. Etwa der Mann, der mit seinen Papageien durchs Grün radelt. Auch Alex ist bekannt, ein zutraulicher Falke und Maskottchen einer türkischen Musikgruppe, die immer nachmittags hier vom besseren Leben träumt. Einem ohne Hartz IV oder zu knapper Rente. Zwei Ecken weiter bolzen Afrikaner, üben sich andere in Selbstverteidigung und Schwertkunst, Frauen joggen mal mit, mal ohne Kopftuch durchs Bild oder führen ihre Hunde aus. Vorbei an der FKK-Wiese mit den rheinländischen Schwulen und ihrem Plansch­becken. Ein friedliches Multi-Kulti-Nebeneinander zeigt Rebhans harmloses Flanieren, eine Freakshow und ein Stück Westberlin.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Berlin: Hasenheide“ im Kino in Berlin

Berlin: Hasenheide, Deutschland 2010; Regie: Nana A.T. Rebhan; 72 Minuten

Kinostart: 14. Oktober

Interview mit Regisseurin Nana A.T. Rebhan

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