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Im Kino in Berlin: „No Time To Die“

Es ist schon sehr selten, dass es afrikanische (Ko-)Produktionen überhaupt auf deutsche Leinwände schaffen, noch seltener sind hier romantische Komödien aus Westafrika zu sehen. „No Time to Die“ von King Ampaw ist also eine doppelte Rarität. Gedreht mit Digitalkamera und niedrigem Bud­get, erzählt der ghanaische Regisseur darin die Geschichte des gutmütigen Leichenwagenfahrers Asan­­te (David Dontoh), der mit seinem kleinen Assistentenkerlchen Issifu die Toten aus der Stadt in die Heimatdörfer bringt.
Seine Arbeit macht es nicht leicht, eine Frau zu finden – bis ihm die Tänzerin Esi über den Weg läuft. Während Asante erst Esis Herz und dann die Zustimmung ihres Vaters gewinnen muss, wirft Regisseur Ampaw einen Blick auf Ghanas Alltag, auf Traditionen und ungewöhnliche Begräbnisrituale, eine Normalität jenseits von Krieg und Hungersnot. Als Komödie selbst ist „No Time to Die“ etwas grob zusam­mengebaut. Eine ziemlich ge­mäch­liche Schmunzelangelegenheit, die erst zum Finale trubelig überdreht.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „No Time To Die“ im Kino in Berlin

No Time To Die (L’ultime hommage), Deutschland/Ghana 2006; Regie: King Ampaw; Darsteller: David Dontoh (Asante), Issifu Kassim (Issifu), Agatha Ofori (Esi); Farbe, 90 Minuten

Kinostart: 16. Juli

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