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Im Kino: „Berlin Telegram“

Berlin Telegram

Leila Albayaty hat es nach Berlin gespült. Der Grund: Herzensleid. Denn mit Antoine, der großen Liebe, ist es plötzlich aus. Abrupt. Der Mann will nicht mehr. Also geht der Weg von Brüssel in die Stadt der Fortgespülten, die auf einen Neunanfang hoffen. Doch Leila kommt nicht allein: Sie hat eine Kamera mitgebracht (die Bilder des neuen Lebens sollen Antoine demnächst als Beweis für ein gelungenes Reset geschickt werden) und das Wissen um eine Begabung. Denn den sich immer wieder aufstauenden Gefühlen weiß Leila sich auf sehr anmutige Weise zu entledigen, nämlich im Gesang. Also singt sie. Allein. Mit Band (mehr Fortgespülte) und zuletzt sogar vor Publikum. Albayatys filmisches Tagebuch ist ein Plädoyer für den Gang vor die Haustüre, gerade dann, wenn man sich ihm am wenigsten gewachsen sieht. Die verschmierte Tusche um die Augen verschwindet. Und Leila lernt den schönen Satz: „Ich möchte einen Strohhalm für meinen Sprizz, bitte.“

Text: Carolin Weidner

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Berlin Telegram“ im Kino in Berlin

Berlin Telegram, Belgien/Deutschland 2012; Regie: Leila Albayaty; Darsteller: Leila ?Albayaty (Leila), Hana Al Bayaty (Hana), Marc Barbй (Antoine); 79 Min.

Kinostart: Do 14.08.2014

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