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Im Kino: „Berliner Philharmoniker in Singapur“

Berliner Philharmoniker in Singapur - A Musical Journey in 3D

Unscharfe Mikrofone hängen im Saal, unscharfe Geigenbögen stechen förmlich ins Auge, unscharfe Hinterköpfe quetschen sich an unscharfen Rändern ins Bild. Bildformat und -komposition interpretieren die notwendige Nähe im Miteinander eines Symphonieorchesters als drangvolle Enge. So also sieht der Versuch von Regisseur Michael Beyer aus, die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Sir Simon Rattle bei einem Konzert in Singapur in 3D auf die Leinwand zu bannen. Nach zwanzig Minuten hilft nur noch eines: Brille ab und Augen zu. Dann kann man sich endlich auf die Musik konzentrieren – schließlich können weder die Philharmoniker noch Gustav Mahler, dessen Sinfonie Nr. 1 hier gegeben wird, etwas für dieses Fiasko. Das setzt sich im zweiten Teil des Films, in dem nun zu den Klängen von Rachmaninovs Sinfonischen Tänzen die Konzertaufnahmen mit visuellen Impressionen aus Singapur zusammenmontiert werden, nahtlos fort. Egal, welche hochtrabenden Intentionen die Filmemacher dabei gehabt haben mögen – das Ganze sieht aus, als habe man schnell mal eben der Tourismusbehörde der Ein-Parteien-Diktatur einen Gefallen tun wollen. Kaufen Sie sich lieber eine Konzertkarte.

Text: Lars Penning

Foto: Edmund Chai

tip-Bewertung: Ärgerlich

Orte und Zeiten: „Berliner Philharmoniker in Singapur – A Musical Journey in 3D“ im Kino in Berlin

Berliner Philharmoniker in Singapur – A Musical Journey in 3D, Deutschland 2011; Regie: Michael Beyer; 107 Minuten; FSK 0

Kinostart: 20. Oktober

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