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Im Kino: „Besser als nix“

Besser als nix

Wotan Wilke Möhring spielte in dem schönen Film „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ einen Vater, der den frühen Tod seiner Frau nicht verarbeitet hat, während sich seine Teenie-Tochter von ihm entfernt. In „Besser als nix“ verkörpert er eine ähnliche Figur, diesmal einen trinkenden Witwer irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern, der mit seinem 19-jährigen Sohn nicht klar kommt. François Goeske verkörpert den empfindsamen, schwarzgewandeten Emo-Jüngling, der so gar nicht ins Raster seines cholerischen Fußballtrainer-Papas passt und der als einziger seiner Abi-Klasse eine Lehrstelle als Bestatter antritt. Sein feines Spiel prägt den Ton der humorvoll bis skurril erzählten Coming-Of-Age-Geschichte, die von fern an die Geschicke der dysfunktionalen Bestatterfamilie aus „Six Feet Under“ erinnert. Gelegentlich schießen die Späße auch übers Ziel hinaus, etwa wenn gegen Ende auf einer Beerdigungsfeier die Leiche in letzter Sekunde ausgetauscht werden muss. Solche aufgesetzten Schoten hätte der ansonsten unangestrengt tiefgründige Film gar nicht nötig.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Anke Neugebauer / NFP

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Besser als nix“ im Kino in Berlin

Besser als nix, Deutschland 2014; Regie: Ute Wieland; Darsteller: François Goeske, Wotan Wilke Möhring; 96 Min.

Kinostart: Do 21.08.2014

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