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Im Kino: „Betty Anne Waters“

Betty Anne Waters

Die wirkliche Betty Anne Waters ist eine ziemlich normale amerikanische Mittfünfzigerin, die immer noch in einer kleinen Stadt an der Ostküste als Kellnerin arbeitet. Was das Leben dieser Frau so bemerkenswert macht, dass es jetzt mit Hilary Swank in der Hauptrolle verfilmt wurde, ist ihre außergewöhnliche Hingabe und Durchhaltekraft. Als ihr Bruder Kenny (im Film: Sam Rockwell) 1983 für einen Mord, den er nicht begangen hatte, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, holte Waters Schulabschluss, Jurastudium und Anwaltsprüfung nach, um ihm selber Rechtsbeistand leisten zu können und ihn 18 Jahre später, mithilfe der neuen Möglichkeiten von DNA-Beweisen, dann tatsächlich freizubekommen. Ihren Anwaltsberuf hängte sie danach umgehend wieder an den Nagel.
Tony Goldwyn erzählt diese wirklich bemerkenswerte Geschichte ganz geradlinig, ohne viel Pathos, mit sensibel agierenden Darstellern. Allerdings kommt der Film über die relativ schlichte Nacherzählung einer rührenden Familiengeschichte nicht wirklich hinaus – der eigentliche Skandal, das völlig dysfunktionale US-amerikanische Justizsystem, kommt kaum in den Blick.

Text: Catherine Newmark

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Betty Anne Waters“ im Kino in Berlin

Betty Anne Waters, USA 2010; Regie: Tony Goldwyn; Darsteller: Hilary Swank (Betty Anne Waters), Sam Rockwell (Kenny Waters), Minnie Driver (Abra Rice); 111 Minuten; FSK 12

Kinostart: 17. März

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