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Im Kino: „Beware of Mr. Baker“

Beware of Mr. Baker

„Clapton is God“, lautete mal ein Graffiti, das dem britischen Gitarristen Reverenz zollte. Seine Mitmusiker im Rocktrio Cream, der stille Bassist Jack Bruce und der wilde Drummer Ginger Baker, standen nie so im Licht der Öffentlichkeit wie er. Immerhin bekommt Baker nun eine abendfüllende Doku, die sowohl den Privatmann, der mittlerweile in Südafrika in einer Gated Community lebt, und den Musiker gleichermaßen würdigt. Zu Beginn drischt Baker auf den Regisseur Jay Bulger mit seinem Stock ein, weil er keinen von den Menschen, mit denen er im Lauf seines Lebens zu tun hatte, darin zu Wort kommen lassen möchte: Ein „Irrer“? Ein „liebenswerter Schuft“? Einer, der „aussah wie der Teufel“? Solche Statements äußern Musikerkollegen. Wir erfahren etwas über Höhen und Tiefen eines Rockmusikerlebens, vor allem im Umgang mit Drogen, aber interessanter sind Bakers Wurzeln im Jazz und was es ihm bedeutet, von seinen Vorbildern wie Max Roach oder Phil Seamen als einer der Ihren betrachtet zu werden, schließlich auch seine Zusammenarbeit mit afrikanischen Musikern wie Fela Kuti. Zweifellos kein sonderlich sympathischer Zeitgenosse, aber ein Musiker, der seine Spuren hinterlassen hat.

Text: Frank Arnold

Foto: NFP

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Beware of Mr. Baker“ im Kino in Berlin

Beware of Mr. Baker, ?USA 2012; Regie: Jay Bulger; 92 Minuten; FSK 12

Kinostart: 19. Dezember

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