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Im Kino: „Bittere Kirschen“

Bittere Kirschen

Warum ist die Erinnerung an die Liebe stärker als die Liebe selbst? Aufgeschreckt vom Tod ihrer Mutter sucht Schauspielerin Magdalena nach einem neuen Lebensweg. Doch der führt zunächst in die Vergangenheit, nach Auschwitz. Dort war der Vater des ungehobelt wirkenden Julius KZ-Wärter. Bis heute hat sich Julius nicht mehr nach Polen getraut. Er liebte Magdalenas Mutter, doch geheiratet hat sie einen anderen. Vielleicht reist Magdalena seinetwegen nach Auschwitz, wo sie einem jungen Torwart und einem Priester den Kopf verdreht. Und dann ist da ihre alte Jugendliebe Ludwig, der sich auch noch in die recht verworrene Geschichte zwängt.
Regisseur Didi Danquart hat den Stoff von Judith Kuckarts Roman „Lenas Liebe“ adaptiert und mit eigenen Reflexionen über die Aufarbeitung von Geschichte potenziert. „Bittere Kirschen“ schlägt zudem einen Bogen zu Ingmar Bergmans „Wilde Erdbeeren“ – stilistisch zumindest, wenn sich in magischen Fragmenten intime Wünsche und Erinnerungen materialisieren und der Blick auf das große Ganze langsam klarer wird. Leider will Danquart etwas zu viel des Guten und verliert sich in seinem melancholischen Roadmovie.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Erik Lee Steingroever / NOIR FILMPRODUKTION 2010

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Bittere Kirschen“ im Kino in Berlin

Bittere Kirschen, Deutschland 2011; Regie: Didi Danquart; Darsteller: Anna Stieblich (Lena Behsler), Martin Lüttge (Julius Dahlmann), Wolfram Koch (Richard Franzen); 111 Minuten; FSK 12

Kinostart: 13. September

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