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Im Kino: „Black Mass“

Black Mass

Man kriegt den Jungen irgendwann von der Straße, aber man kriegt die Straße nie wieder aus dem Mann. So etwa lautet die Quintessenz von Scott Coopers Gangsterfilm „Black Mass“, der die formativen Jahre von James „Whitey“ Bulger erzählt. Bulger stieg in den siebziger Jahren mit Hilfe des FBI zum mächtigsten Mann im irischen Unterwelt-Milieu von Boston auf. Seine Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden drängte die italienische Mafia aus dem Geschäft und sicherte ihm eine Machtposition, die ihn später auf die „Most Wanted List“ des FBI brachte.
Cooper interessiert sich gewohnheitsmäßig mehr für die Genre-Mechanismen einer solchen Geschichte, die Männerloyalitäten und die Gewalt. „Black Mass“ ist die Hardboiled-Variante von „American Hustle“, ohne die lustigen Frisuren und den Retro-Tand, aber mit einer ähnlichen Faszination für Gangsterallüren, die Johnny Depp in der Rolle Bulgers so ökonomisch wie echsenhaft unterkühlt ausspielt, dass man seinen Minimalismus für das neue Method Acting halten könnte.

Text: Andreas Busche

Foto: 2015 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC., CCP BLACK MASS FILM HOLDINGS, LLC,  BLACK MASS HOLDINGS, LLC.AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC / Claire Folger

Orte und Zeiten: „Black Mass“ im Kino in Berlin

Black Mass, USA 2015; Regie: Scott Cooper; Darsteller: Johnny Depp (Whitey Bulger), Joel Edgerton (John Connolly), Benedict Cumberbatch (Bill Bulger); 123 Minuten

Kinostart: Do, 15. Oktober 2015

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