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Im Kino: „Blick in den Abgrund“

Blick in den Abgrund

In ihrer Dokumentation „Blick in den Abgrund“ porträtiert die österreichische Filmemacherin Barbara Eder sechs Menschen, die sich in verschiedenen Ländern beruflich mit Schwerverbrechern beschäftigen: Profiler aus den USA und Südafrika, eine forensische Psychologin aus Finnland, eine Psychiaterin aus den USA, ein deutscher Kriminalhauptkommissar. Wie gehen sie damit um, sich ständig mit den Abgründen menschlichen Tuns beschäftigen zu müssen? Eder sammelt bei ihrem Trip rund um die Welt dazu viel Material, lässt allerdings irgendwie einen roten Faden vermissen: Mal stehen tatsächlich ihre Protagonisten im Mittelpunkt, die vergeblich beim Angeln Erholung suchen, praktische Tipps gegen Kidnapper geben oder gern medizinische Experimente am Hirn von gefangenen Gewaltverbrechern vornehmen möchten. Mal sind es aber auch die gelösten oder ungelösten Kriminalfälle, einmal wird sogar ein überführter Mörder und Vergewaltiger im Gespräch mit einem deutschen Kommissar gezeigt – mit der Erkenntnis, dass das Böse meist doch eher banal ist. Interessant ist das alles irgendwie, doch die Zusammenhänge muss man sich manchmal selbst erschließen.

Text: Lars Penning

Foto: Peter Janecek / PLAESION / Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Blick in den Abgrund“ im Kino in Berlin

Blick in den Abgrund, ?Deutschland/Österreich 2013; Regie: Barbara Eder; 88 Minuten; FSK 16

Kinostart: 23. Januar

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