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Im Kino: „Bottled Life“

Bottled Life

Dass zwischen einem Image als Menschheitswohltäter, das sich multinationale Großkonzerne gern selbst geben, und der Realität Welten klaffen, ist eher eine Binsenweisheit. Glücklicherweise ist dies auch nicht die einzige Erkenntnis der Dokumentation „Bottled Life“, in welcher der Schweizer Regisseur Urs Schnell jenen Geschäften nachgeht, die Nestlй, der größte Lebensmittelkonzern der Welt, mit in Flaschen abgefülltem Mineralwasser macht. Von der Ausnutzung unklarer Rechtslagen (wem gehört eigentlich das Grundwasser unter einem bestimmten Gebiet?) über Korruption und das Versagen der öffentlichen Infrastruktur in Dritte-Welt-Staaten, die das Wassergeschäft in großem Stil erst möglich machen, bis zu den Umweltbelastungen durch Grundwasserentnahme, Tanklasterverkehr und Plastikmüll bleibt kaum ein Aspekt unerwähnt. Auch die geschickten Marketingstrategien des Konzerns, die neue Bedürfnisse wecken und das Konsumverhalten der Menschen nachhaltig verändern, wird am Beispiel von Pakistan und der nigerianischen Millionenstadt Lagos erläutert. Doch so interessant das Thema, so bieder und konventionell ist die konzeptuelle Umsetzung der Dokumentation, der man statt eines Kinostarts doch eher einen guten Fernsehsendeplatz wünschen würde.

Text: Lars Penning

Foto: W-film / DokLab

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Botteld Life“ im Kino in Berlin

Bottled Life, ?Schweiz/Deutschland 2011; Regie: Urs Schnell; 94 Minuten; FSK 0

Kinostart: 12. September

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