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Im Kino: „Brasch – Das Wünschen und das Fürchten“

Brasch - Das Wünschen und das Fürchten

Von Thomas Brasch (siehe auch hier) gibt es Bilder von einem öffentlichen Auftritt, der in alle audiovisuellen Anthologien der deutsch-deutschen Geschichte gehört: Seine kleine Rede anlässlich der Entgegennahme des Bayerischen Filmpreises 1981 (und die Replik von Franz-Josef Strauß darauf) zeugt auf großartige Weise von der prekären Position des Künstlers in einem liberalen Staat, der seine „Gewalt“ nicht zuletzt durch Preise und Subventionen ausübt. Thomas Brasch, aus der DDR in den Westen gegangener Schriftsteller und Filmemacher, hat unter diesen Umständen stärker gelitten als Kollegen, die nicht in einem Staatssozialismus groß wurden. Eine bis zur Selbstschädigung konsequente Aufrichtigkeit war einer seiner Charakterzüge, der nun auch in Christoph Rüters Dokumentarfilm „Brasch – Das Wünschen und das Fürchten“ deutlich wird. Rüter konnte auf zahlreiche Aufnahmen zugreifen, die Brasch in Form eines stellenweise schmerzhaft intensiven Videotagebuchs hinterlassen hat, und schafft so ein zugleich angemessen diskretes und in den wesentlichen Fragen freimütiges und eindringliches Porträt eines Künstlers, der (politisch wie persönlich) verletzlich war, aber auch verletzen konnte. Nur Franz Josef Strauß blieb ungerührt.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Brasch – Das Wünschen und das Fürchten“ im Kino in Berlin

Brasch – Das Wünschen und das Fürchten, Deutschland 2011; Regie: Christoph Rüter; 95 Minuten; FSK 12

Kinostart: 3. November

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