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Im Kino: „Buried – Lebend begraben“

Buried - Lebend begraben

Angst, lebendig begraben zu sein, ist uralt und hat auch im Kino eine lange Tradition. Schon in Carl-Theodor Dreyers Klassiker „Vampyr – Der Traum des Allan Grey“ (1931) erleben die Zuschauer subjektiv das Begräbnis bei lebendigem Leib des Protagonisten mit. 1961 spielte Ray Milland in „Lebendig begraben“ einen Kataleptiker, den die Angst, in eine Totenstarre zu verfallen und lebendig begraben zu werden, in den Wahnsinn treibt. Für die Gegenwart hat sich Autor Chris Sparling einen zeitgemäßeren Grund einfallen lassen, warum der Truckfahrer Paul Conroy in dem Einpersonenfilm „Buried“ plötzlich in einem Holzsarg unter der Erde erwacht. Paul hat nur für 90 Minuten Luft, und seine einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein fremdes Handy mit halbleerem Akku. In einer Zeit, in der sich das Kino brüstet, das Unmögliche dreidimensional realistisch sichtbar machen zu können, kommt ein Film, der die gesamte Laufzeit in einem dunklen Sarg spielt, einem Tabubruch gleich. Augen zuhalten hat keinen Sinn. „Buried“ funktioniert auch als Hörspiel.

Text: Jörg Buttgereit

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Buried – Lebend begraben“ im Kino in Berlin

Buried – Lebend begraben (Buried), USA/Spanien 2010; Regie: Rodrigo Cortes; Darsteller: Robert Paterson (Dan Brenner), Josй Luis Garcнa Pйrez (Jabir), Stephen Tobolowsky (Alan Davenport); 95 Minuten; FSK 16

Kinostart: 4. November

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