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Im Kino: „Cafй Olympique“

Cafй Olympique

Ariane hat die Nase voll. Auf ihrem Anrufbeantworter häufen sich die Nachrichten der Angehörigen: Entweder kommen sie verspätet oder gar nicht zu ihrer heutigen Geburtstagsfeier. So lässt sie die gerade fertiggestellte Torte stehen, verlässt die Wohnung in einem eher sterilen Neubauwohnblock und setzt sich in ihren Kleinwagen.
Überall anders ist es besser: Beim Warten vor einer hochgezogenen Brücke steigen die Menschen aus den Autos und fangen an zu tanzen. Ariane folgt einem jungen Motorradfahrer ins Cafй Olympique, wo die Stammgäste nicht nur die Lieder von Jean Ferrat mitsingen, sondern auch eine Schildkröte zu Ariane spricht. Wird sie je wieder in ihr altes Leben zurückkehren (wollen)?
Gegenüber seinem vorangegangenen Film „Der Schnee am Kilimandscharo“, einer profunden Abhandlung über die Schwierigkeiten von Solidarität im 21. Jahrhundert, ist Robert Guйdiguians „Cafй Olympique“ dezidiert leichtgewichtig. Aber wer kann es einem Regisseur verübeln, wenn er zwischendurch (der nächste Film handelt vom Völkermord an den Armeniern) das Bedürfnis verspürt, etwas ganz anderes zu machen? „Eine Fantasie von Robert Guйdiguian“ lautet denn auch der Untertitel des Films, der eine Hymne an das Leben im Allgemeinen und an die Hauptdarstellerin Ariane Ascaride im Besonderen ist, ein märchenhafter Film, der von der Kraft der Träume handelt und in dem sich alle bedrohlichen Untertöne am Ende in Wohlgefallen auflösen. Zudem ist „Cafй -Olympique“ eine weitere Verbeugung vor der Stadt Marseille, deren filmischer Chronist Robert Guйdiguian seit über 30 Jahren ist.

Text: Frank Arnold

Foto:  Filmverleih Schwarz Weiss

Orte und Zeiten: „Cafй Olympique“ im Kino in Berlin

Cafй Olympique, Frankreich 2014; Regie: Robert Guйdiguian; Darsteller: Ariane Ascaride (Ariane), ?Jacques Boudet (Jack, der Amerikaner), Gйrard Meylan (Denis); ?92 Min.

Kinostart: Do, 25. Dezember 2014

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