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Im Kino: „Cairo Time“

Cairo Time

Repression, Korruption, Arbeitslosigkeit und krasse Gegensätze zwischen Arm und Reich, die zur Revolution in Ägypten führten, bleiben in dieser Romanze vor orientalischer Kulisse ausgeblendet. Hier lächeln als Teppichknüpferinnen arbeitende Kinder freundlich in die Kamera, ein Kaffeehausbesitzer in Kairo begleitet als Gen­tleman alter Schule eine von so viel Exotik verwirrte Urlauberin durch eine Welt des Luxus. Ein formidables Ambiente für einen gefühlvollen Flirt des Gastronomen mit der verheirateten Frau, deren Bekannte von der Potenz arabischer Männer schwärmt.
Sie wollte an Geschichten von Jane Austen anknüpfen, meint die in Toronto lebende Filmemacherin  Ruba Nadda zu ihrem die Stadt Kairo romantisch verklärenden Film, der durch das fein nuancierte Ausdrucksvermögen von Patricia Clarkson beeindruckt, die in Woody Allens „Vicky Christina Barcelona“ schon mal den gleichen Charakter verkörperte: eine hochsensible Frau, die nach Jahrzehnten der Ehe im Alter das Gefühl bekommt, etwas versäumt zu haben im (Liebes-)Leben, sich aus dem Kokon ihrer Wohlstandsexistenz aber dann auch in der Fremde nicht hinauswagt.

Text: Ralph Umard

Foto: Alamode Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Cairo Time“ im Kino in Berlin

Cairo Time, Kanada/Irland/Ägypten 2009; Regie: Ruba Nadda; Darsteller: Patricia Clarkson (Juliette Grant), Alexander Siddig (Tareq Khalifa), Elena Anaya (Kathryn); 88 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 1. September

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