Kino & Stream

Im Kino: „Capital C“

Capital C

Da ist der Modedesigner, der eine Wollsocke entworfen hat, die man über Flaschen stülpt – er steht zwischen surrenden Webmaschinen, die sein Accessoire in Serie anfertigen. Da ist der Computerspielproduzent, der ein Sequel des 80er-Jahre-Kultspiels „Wasteland“ im Sinn hatte. Man sieht ihn später in seiner Start-Up-Bude, wo das Spiel reif für den Markt gemacht wird. Oder der Grafiker, der Pokerkarten im Stil von Dollarscheinen entworfen hat: Am Zeichenbrett skizziert er im Akkord die Sets, die seine Kundschaft im großen Stil bestellt hat. Die Doku „Capital C“ von Timon Birkhofer und Jшrg M. Kundinger erzählt die Aufstiegsmärchen von Existenzgründern im Zeitalter der Web-Ökonomie. Mit Crowdfunding-Kampagnen haben sie aus ihren Produktideen konkurrenzfähige Waren gemacht. Die Doku feiert die Möglichkeiten, die eine weltumspannende Internet-Community für die Kreativ-Wirtschaft bietet. Kritische Nachfragen würden da stören. Dabei ist es ja mehr als nur ein Gerücht, dass es auch Crowdfunding-Projekte gibt, die ihre großspurigen Versprechen brechen. Die Kluft zwischen Schein und Sein in der schönen, neuen Startup-Welt hätte eine ergiebige Perspektive aufgeworfen. So wirkt „Capital C“ nur wie ein pflaumenweicher Imagefilm aus dem Silicon Valley.

Text: rfd

Foto: Jшrg M. Kundinger

Orte und Zeiten: „Capital C“ im Kino in Berlin

Capital C, Deutschland/USA 2014; Regie: Timon Birkhofer, Jшrg M. Kundiger; 90 Minuten

Kinostart: Do, 24. September 2015

Mehr über Cookies erfahren