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Im Kino: „The Captive“

The Captive

Das Verbrechen, das dem neuen Film von Regieveteran Jerry Jameson zugrunde liegt, trug sich 2005 in Atlanta wirklich zu. Somit zerstreuen sich Frage, ob die im Film erzählte kuriose Annäherung zwischen einem flüchtigen Killler und einer Crystal-Meth-abhängigen jungen Mutter glaubhaft ist. Hochkonzentriert inszeniert ist besonders die Anfangssequenz: Da nutzt ein verurteilter Gewalttäter die unaufmerksame Sekunde seiner Wächterin, um aus den Katakomben des Justizgebäudes zu entfliehen und sodann eine Spur der Gewalt nach sich zu ziehen. Zufallsziel ist die Wohnung einer drogenkranken Frau, die selbst gerade am Nullpunkt angelangt ist. Kate Mara und David Oyelowo überzeugen in ihrer vorsichtigen, immer tiefgründiger werdenden Kommunikation. Unnötig sind zum Schluss Szenen mit den realen Personen der Crimestory, darunter ein rührseliger Talkshow-Ausschnitt. So mischt sich ein aufdringlicher, christlich-missionarischer Ton in das ansonsten stilsichere Kammerdrama.

Text: Ulrike Rechel

Foto: © 2015 Paramount Pictures.  All Rights Reserved.

Orte und Zeiten: „The Captive“ im Kino in Berlin

The Captive (Captive), Regie: Jerry Jameson; Darsteller: Kate Mara (Ashley Smith), David Oyelowo (Brian Nichols), Michael K. Williams (John Chestnut); 97 Minuten

Kinostart: Do, 17. September 2015

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