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Im Kino: „Carne de perro“

Chile 1989. Das Pinochet-Regime zerfällt und hinterlässt ein kaputtes Land, bis heute gespalten in Unterstützer und Verfolgte der Militärdiktatur. Hauptfigur in „Carne de perro“ des jungen chilenischen Regisseurs Fernando Guzzoni ist der ehemalige Folterknecht Alejandro, ein 50-jähriger Mann mit müdem Gesicht. „Das Beste im Moment ist die Familie und die Arbeit“, rät ihm ein Ex-Militär, doch beides hat Alejandro nicht. Grundlos verbrüht er seinen Hund mit kochendem Wasser, ohne dass seine kühle Fassade bricht.

Das naturalistische Porträt des psychisch verwahrlosten Mannes besticht mit seiner eindrucksvoll nüchternen Art, problematisch ist jedoch die Herangehensweise an die Hauptperson und an die Epoche selbst. Denn der Zuschauer erfährt nichts über Alejandros Vergangenheit, sondern wird einfach in sein eintöniges Leben hineingeworfen. Lediglich kurze Szenen wie ein Treffen mit Ex-Militärs verweisen auf die Vorgeschichte: So entsteht ein eher unverständlicher Film, in dem bald Langeweile aufkommt.

Text: Simon Grothe

Foto: Dйjа-vu Film

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Carne de perro“ im Kino in Berlin

„Carne de perro“, RCH/F/D, Regie: Fernando Guzzoni, Darsteller:
Daniel Alcaнno, Alejandro Goic, Amparo Noguera,  81 Minuten,
Kinostart: 3. April

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