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Im Kino: „Chйri“ mit Michelle Pfeiffer

Verblassender Sexappeal, hängende Haut und immer tiefer eingegrabene Falten – das Alter sorgt bei vielen ehemaligen Glamourgöttinnen Hollywoods nicht nur für den Gang zum Schönheitschirurgen, sondern oft auch für Un­ter­beschäftigung. Auch um die mittlerweile 51-jährige Michelle Pfeiffer war es zuletzt deutlich stiller geworden. Nun aber hat der britische Regisseur Stephen Frears in „Chйri“ die dankbare Aufgabe übernommen, sie nach „Gefährliche Liebschaften“ (1989) abermals in einem Kostümfilm nach Christo­pher Hamptons Drehbuch angemessen aufstrahlen zu lassen. Das Alter hat jedoch in der Adaption des gleichnamigen Romans der einstigen Skandalautorin Colette ebenfalls zentrale Bedeutung. Alles beginnt damit, dass die ehemalige Luxuskurtisane Lйa de Lonval (Pfeiffer), die sich in Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Lustgeschäft zurückgezogen hat, den 19-jährigen Chйri (Rupert Friend) zum Mann machen soll. Stattdessen beginnt sie mit dem Spross der Kurtisanenkollegin Madame Peloux (Kathy Bates) eine schwierige Liaison gegen die gesellschaftlichen Konventionen, die sechs Jahre andauern und Lйa vor allem im Stillen an ihren Gefühlen, dem Alter und der Endlichkeit jugendlicher Schönheit leiden lassen wird. Die tragischen Emotionen werden dabei allerdings immer wieder mit Ironie und amüsant angespitzten Wortduellen unterlaufen, während „Chйri“ als Belle-Йpoque-Pralinй die Augen mit einer detailverliebten Ausstattung umschmeichelt, die genauso üppig ausgefallen ist wie das beängstigende Decolletй der grandiosen Obermatrone Bates.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Chйri“ im Kino in Berlin

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Chйri, Großbritannien/Deutschland 2009; Regie: Stephen Frears; Darsteller: Michelle Pfeiffer (Lйa de Lonval), Rupert Friend (Chйri), Kathy Bates (Madame Peloux); Farbe, 93 Minuten

Kinostart: 27. August

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