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Im Kino: „Chuck Norris und der Kommunismus“

Chuck Norris und der Kommunismus

Es gibt keine Bilder davon, wie es gewesen ist, denn die TV-Bildschirme schauten nicht zurück. Die britische Anthropologin Ilinca Cгlugгreanu, selbst im Rumänien der 1980er-Jahre aufgewachsen, stellt es deshalb nach, das einstige Staunen beim heimlichen Betrachten von ?Hollywoodfilmen. Und die Geschichte der Schattenindustrie, die die Traumfabrik auf abertausenden raubkopierten VHS-Bändern in Ceau?escus Wohnsilos brachte, steht den imperialistischen Plots in nichts nach, Pistolenlauf der Securitate inklusive.
Im Zentrum des überschwänglichen Kompilationsfilms: Irina Nistor, die Übersetzerin, die nachts synchronisierte. Aus dem Stand, alle Rollen, über 3.000 Filme. „Rocky“ und „Jesus von Nazareth“ und „Dirty Dancing“. Es ist, als würde dieser Film ganze Dekaden des Mainstreamkinos vervollständigen durch die Erzählung ihrer außergewöhnlichen Wirkung. Rocky rockt Rumänien und Chuck Norris gleich den ganzen Kommunismus.

Text: Irene Rudolf

Foto: Kevin Williams / Rise and Shine Cinema

Orte und Zeiten: „Chuck Norris und der Kommunismus“ im Kino in Berlin

Chuck Norris und der Kommunismus (Chuck Norris vs Communism), GB/ROM/D 2015; Regie: Ilinca Calugareanu; 80 Minuten

Kinostart: Do, 12. November 2015

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