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Im Kino: „The Crime“

The Crime

Um einen Verbrecher dingfest zu machen, musst du denken und handeln wie er: Nach diesem Motto verfährt die Spezialeinheit der Londoner Polizei mit Namen „The Sweeney“. In der Kinoversion der gleichnamigen britischen TV-Serie aus den 70er-Jahren ist sich ihr Chef Jack Regan durchaus darüber im Klaren, dass er ein Dinosaurier ist. Aber er kann nun einmal nicht anders: Die Adrenalinkicks, die die Arbeit ihm und seinem Team verschafft, sind denen der Hooligans aus Regisseur Nick Loves Filmen „The Football Factory“ und „The Firm“ nicht unähnlich. Love, der versierte Chronist von Männlichkeitsritualen, bringt das hier einmal mehr auf den Punkt und lässt hinter spektakulären Actionszenen auch Abgründe anklingen. Brauchen die Polizisten erst lange, um zu begreifen, was es mit der Exekution einer Zeugin nach einem Raubüberfall auf sich hat, so fügt sich am Ende zwar alles zum Guten. Aber die Figur, die Regan am Schluss in seinem Rückspiegel erblickt, erinnert ihn daran, was zwischenzeitlich kaputtgegangen ist und dass er von nun an mit einer Schuld leben muss. Die sichtbaren Narben in seinem Gesicht sind nicht die einzigen Verletzungen, die er davonträgt.

Text: Frank Arnold

Foto: Universum Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Crime“ im Kino in Berlin

The Crime (The Sweeney), Großbritannien 2012; Regie: Nick Love; Darsteller: Ray Winstone (Jack Regan), Ben Drew (George Carter), Hayley Atwell (Nancy Lewis); 112 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 28. Februar

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