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Im Kino: „The Cut“

The Cut

Fatih Akin hat sein Talent für energetisches Kino längst bewiesen, mit dem Migrationsmelodram „Gegen die Wand“ oder der Istanbuler Musikdoku „Crossing The Bridge“. Weniger überzeugend ist sein Stilwille, wenn jenseits von Genreformeln eine passende, analytische Sprache gefunden werden muss. „The Cut“ ist angekündigt als Spielfilm über den osmanischen Völkermord an den Armeniern, der in der Türkei immer noch verdrängt wird.
Akin hat seinen Film in Jordanien, Kuba und Kanada gedreht, eine tragische Familiengeschichte um einen verstummten Mann (Tahar Rahim), der jahrelang nach seinen deportierten Töchtern sucht. Aus Pragmatismus und Mangel an geeigneten Akteuren wurde nicht auf Armenisch, sondern auf Englisch gedreht. Das irritiert und passt zugleich zu dem Bruch, mit dem „The Cut“ sich vom Völkermord-Film zur internationalen Odyssee samt Western-Anklängen verwandelt, mit konsequentem Hang zur groben Geste.

Text: Robert Weixlbaumer

Foto: Gordon Muehle / Pandora Film

Orte und Zeiten: „The Cut“ im Kino in  Berlin

The Cut, Deutschland/Frankreich/Polen 2014; Regie: Fatih Akin; Darsteller: Tahar Rahim (Nazaret Manoogian), Simon ?Abkarian (Krikor), Makram Khoury (Omar Nasreddin); 139 Min.

Kinostart: Do, 16. Oktober 2014

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