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Im Kino: „Da geht noch was!“

Die perfekte Familie? Ist in der Regel nur eine Illusion. Das ist auch in Holger Haases „Da geht noch was!“ nicht viel anders. Alles beginnt damit, dass Conrad (Florian David Fitz), der ein vermeintlich perfektes Leben mit seinem Sohn und seiner perfektionistischen Frau führt, kurz vor dem Familienurlaub erfährt, dass sich seine Mutter nach jahrzehntelanger Ehe von seinem Vater Carl getrennt hat. Kurzerhand lässt Conrad seine Frau allein fliegen, schaut mit seinem Sohn nach dem störrischen Vater. Während er versucht, zu retten, was zu retten ist, wird er nicht nur mit der seit Jugendtagen verkorksten Beziehung zu seinem Vater, sondern auch mit seiner aus dem Ruder laufenden Ehe konfrontiert. Obwohl die Figuren nicht unbedingt origineller sind als die x-te Besetzung Henry Hübchens als mürrischer alter Knochen, funktioniert der Film mit seiner Aufarbeitung tief sitzender Familienerschütterungen zwischen Unterhaltungskinokomik und schmerzhaften Momenten durchaus. Nur schade, dass sich Regisseur Haase letztlich nicht traut, nach all den Schlussstrichen und Neuanfängen einen ehrlicheren Weg einzuschlagen, sondern dann doch das Allround-Happy-End mit einer perfekt zusammengerauften Familie sucht.

Text: Sascha Rettig

Foto: Constantin Film Verleih GmbH/2013

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Da geht noch was!?“ im Kino in Berlin

Da geht noch was!?, Deutschland 2013; Regie: Holger Haase; Darsteller: Florian David Fitz (Conrad), Henry Hübchen (Carl), Leslie Malton (Helene); ?101 Minuten; FSK 6; ?Kinostart: 12. September

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