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Im Kino: „Das bessere Leben“

Das bessere Leben

Anne (Juliette Binoche) ist die idealtypische bürgerliche französische Frau der Gegenwart: Sie hat einen interessanten Job als Journalistin bei einer Zeitschrift, einen ebenfalls karriereorientierten Ehemann, zwei Kinder und eine große Altbauwohnung voller Designermöbel, in der sie abends auch schon mal die Gäste ihres Gatten bekocht.
Der Tag, an dem wir ihr begegnen, ist voller Ablenkungen. Anne arbeitet nämlich an einem Artikel über junge Frauen, die ihr Studium als Prostituierte finanzieren, und hat zwei von ihnen interviewt. In ihrem eigenen Leben kriselt es ein bisschen (das eheliche Sexualleben war auch schon erfüllter) und die Begegnungen schwirren mit vager erotischer Intensität durch ihren Kopf und den Film. Der wurde zwar von einer jungen polnischen Regisseurin inszeniert, folgt aber dem alteingebürgerten französischen Flair für gepflegt transgressive Erotik und der immer wieder gerne aufgegriffenen kleinen Fantasie über die Begegnung zwi­schen der Ehefrau und der Prostituierten. Der Film funktioniert vor allem aufgrund einer sehr magnetischen (und mutig ungeschminkten) Ju­­liette Binoche.

Text: Catherine Newmark

Foto: Zorro Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Das bessere Leben“ im Kino in Berlin

Das bessere Leben (Elles), Deutschland/Frankreich/Polen 2011; Regie: Malgorzata Szumowska; Darsteller: Juliette Binoche (Anne), Anaпs Demoustier (Charlotte), Joanna Kulig (Alicja); 94 Minuten; FSK 16

Kinostart: 29. März

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