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Im Kino: „Das dunkle Gen“

Das dunkle Gen

Die Frage, ob man Depressionen auf körperlicher Ebene (biomedizinisch) oder vor dem Hintergrund der persönlichen Lebensgeschichte (psychotherapeutisch) betrachten soll, beantwortet „Das dunkle Gen“ mit einem Fallbeispiel: Der Arzt Frank Schauder, in seinem Leben mehrfach an einer schweren Depression erkrankt, ist Protagonist des Films – voller ambivalenter (und oft überzogener) Hoffnungen auf die Möglichkeiten der Molekulargenetik, die Heilkraft von Psychopharmaka, die diagnostische Schärfe moderner bildgebender Verfahren. Diese rapide wachsende Industrie erkundet der Film mit seinem Protagonisten mit wechselndem Fokus.
„Wird man gelebt von den eigenen Genen?“ – auf diese Frage lenkt Schauder schließlich die Betrachtungen seiner Depression, ohne auch nur einmal wirklich von ihrer Herkunftsgeschichte zu erzählen. Auch die Regisseure fragen nie danach: Hier ist alles nur Hirn, bald nichts mehr Geist.

Text: Robert Weixlbaumer

Foto: Real Fiction Filmverleih

Orte und Zeiten: „Das dunkle Gen“ im Kino in Berlin

Das dunkle Gen, Deutschland/Schweiz 2014; Regie: Miriam Jakobs, Gerhard Schick; 104 Minuten

Kinostart: Do, 11. Juni 2015

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