Kino & Stream

Im Kino: „Das fehlende Grau“

Das fehlende Grau

Was ist nur los mit dieser Frau? Erst verdreht sie den Männern den Kopf, gaukelt ihnen die Möglichkeit eines sexuellen Abenteuers vor. Dann, wenn bei den Triebgesteuerten das Hirn aussetzt, macht sie sie fertig. Warum?
Die namenlos bleibende Protagonistin ist unterwegs auf jenem weiten Feld, auf dem sich die ebenso verführerischen wie lebensgefährlichen Frauenfiguren tummeln: die Femmes Fatales und die Alraunen, die Lolitas, Lolas und Lulus. Doch nicht der Versuch, Ordnung in einen kulturgeschichtlichen Bildersalat zu bringen, trieb Nadine Heinze und Marc Dietschreit zu ihrem Spielfilmdebüt. „Das fehlende Grau“ versucht das Charakterporträt einer jungen Frau mit Borderline-Störung, versucht Einblick zu vermitteln in eine Wahrnehmung, die keine Nuancen kennt. Dass der Film dabei so grobmotorisch vorgeht wie seine Hauptfigur und es ihm an keiner Stelle gelingt, emotionales Verständnis für sie hervorzurufen, wird ihm letztlich genauso zum Verhängnis wie ihr.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Real Fiction Filme

Orte und Zeiten: „Das fehlende Grau“ im Kino in Berlin

Das fehlende Grau, Deutschland 2014; Regie: Nadine Heinze, Marc Dieschreit; Darsteller: Sina Bell (Vickie), Rupert Seidl (Mann Waschanlage), Albert Bork (Mann Kneipe); 79 Minuten

Kinostart: Do, 25. Juni 2015

Mehr über Cookies erfahren