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Im Kino: „Das große Heft“

Das_grosse_Heft_02_c_PifflMedienAls der große Krieg nach Ungarn kommt, werden zwei Zwillingsbrüder von ihrer Mutter auf einen einsamen Bauernhof gebracht. Bei der missmutigen Großmutter sollen sie die unruhigen Zeiten überleben, der Vater hat ihnen noch einen besonderen Auftrag gegeben: Sie sollen aufschreiben, was ihnen widerfährt. So entsteht das „große Heft“, ein Bericht von der allmählichen Verhärtung zweier anfangs noch offener junger Menschen, die am Ende das exemplarische „Produkt“ des Krieges darstellen werden.

Agota Kristofs gleichnamiger Roman ist auch ein Experiment mit Rollenprosa: Wie klingt das, wenn zwei Monster ihr eigenes Werden beschreiben, ohne es eigentlich zu begreifen? Die Verfilmung von Jбnosz Szбsz kommt an diese Dimension nicht heran, weil sie sich auf Äußerlichkeiten beschränken muss, das bedeutet konkret, auf einen konventionellen Ausstattungsfilm, in dem ein planer Naturalismus an die Stelle erkaltender Subjektivität tritt. Die beiden Hauptdarsteller halten den Film gut zusammen, doch gilt hier eindeutig: lieber das Buch lesen.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Piffl Medien

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Das große Heft“ im Kino in Berlin

Das große Heft Deutschland/Ungarn/Österreich 2013; Regie: Jбnos Szбsz; Darsteller: Lбszlу Gyйmбnt (Zwilling), Andrбs Gyйmбnt (Zwilling), Piroska Molnбr (Großmutter); 112 Minuten; FSK 12

Kinostart: 7. November

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