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Im Kino: „Das kleine Zimmer“

Das kleine Zimmer

Alter und Trauer können gleichermaßen eine unüberwindliche Mauer zur Außenwelt errichten: die auf dieser Analogie basierende Konstruktion von „Das kleine Zimmer“ ist schlicht, fast streng. Die Altenpflegerin Rose hat ein Kind verloren, und der von ihr betreute Edmond verliert allmählich seine Unabhängigkeit; beide haben sich in trotziger Isolation eingerichtet. Als „Reflexion über die Rückeroberung seiner Identität“ fassen die beiden schweizerischen Regisseurinnen Stйphanie Chuat und Vйronique Reymond, die bei ihren Arbeiten fürs Theater schon lange als Künstlerduo agieren, das Thema ihres ersten Spielfilms zusammen. Geschmeidig erzählt und mit gefälligem Soundtrack, konzentriert sich der Film ganz auf das stille Ringen der ungleichen Seelenverwandten und nimmt sich viel Zeit – Zeit für den Abschied, welche die Protagonisten nicht mehr zu haben glauben. Das kleine Zimmer ist das Kinderzimmer als leeres Zentrum der Wohnung, das Rose erst aufgeben kann, nachdem sich Edmond ungefragt darin eingerichtet hat.

Text: Stella Donata Haag

Foto: Patrick Muller / Arsenal

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Das kleine Zimmer“ im Kino in Berlin

Das kleine Zimmer (La Petite Chambre), Schweiz 2010; Regie: Stйphanie Chuat, Vйronique Reymond; Darsteller: Michel Bouquet (Edmond), Florence Loiret-Caille (Rose), Eric Caravaca  (Marc); 87 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 29. September

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