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Im Kino: Das Porträt „Leningrad“

Musikalisch irgendwo zwischen russischer Folklore, Rock und Ska angesiedelt und für rüpelhafte Texte berüchtigt, wurden die Lieder zu Hymnen der Underdogs und ewigen Dissidenten („Schlecht sein ist gut!“). Doch schon sehr bald fanden auch die „Neuen Russen“ Gefallen an den performance­artigen Konzerten: „Leningrad“ stieg in die Charts auf, füllte bald schon Hallen und Stadien; es soll sogar exklusive Auftritte vor Oligarchen gegeben haben.
Unversehens war die vielköpfige Band um den charismatischen Sergej Schnurow selbst zum Konsumobjekt geworden. Konsequenterweise stoppte Schnurow das Projekt und löste „Leningrad“ 2008 auf. Der Film begleitet die Musiker bei verschiedenen Auftritten im In- und Ausland, befragt Weggefährten und Experten, nicht zuletzt Schnurow selbst zu Gründungsmythen und anderen Hintergründen. Ergebnis ist eine meist stimmungsvolle Reportage, die einiges von den mentalen Strukturen des heutigen Russland erahnen lässt.

Text: Claus Löser

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Leningrad“ im Kino in Berlin

Leningrad – Der Mann, der singt, Deutschland 2008; Regie: Peter Rippl; Farbe, 82 Minuten

Kinostart: 20. Mai

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