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Im Kino: „Das Schiff des Torjägers“

Das_SchiffDer ehemalige Fußballer Jonathan Akpoborie hat keine guten Erinnerungen an seinen Abschied aus Wolfsburg, wo er einige schöne und wichtige Tore im deutschen Profifußball geschossen hat. Er wurde 2001 gekündigt, nachdem sein Namen in Zusammenhang mit einem Fall von „Kindersklaverei“ in Afrika geraten war – das Schiff „Etireno“, von dem aus an­geb­lich 200 Kinder ins Meer ge­-worfen worden waren, ge­hörte Akpoborie. Heidi Specogna rekonstruiert in ihrem leisen Dokumentarfilm „Das Schiff des Torjägers“ diesen Fall, an dem die Tagesmedien rasch das Interesse verloren. Sie spricht mit jungen Leuten, die damals auf dem Schiff waren, und entdeckt die Bedeutung der Kinderarbeit und der Arbeitsmigration für viele arme afrikanische Familien. Das Schicksal der Fußballprofis in Europa erweist sich als ein Sinnbild für einen Kontinent, auf dem es an vielen Orten schwierig ist, ein Auskommen zu finden, und wo schon zwischen Benin und Gabun die Erwerbsmöglichkeiten so unterschiedlich sind, dass Eltern tatsächliche ihre Kinder an Arbeitsschlepper ausliefern, in der Hoffnung, sie viele Jahre später unter besseren Umständen wiederzusehen.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten:Das Schiff des Torjägers“ im Kino in Berlin

Das Schiff des Torjägers Deutschland 2010; Regie: Heidi Specogna; 94 Minuten; FSK 0

Kinostart: 2. Dezember

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