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Im Kino: „Das schlechte Feld“

Das schlechte Feld

Der Berliner Regisseur Bernhard Sallmann ist für dieses „biografische Fantasiestück“ (so der Untertitel des Films) in seine Heimat nach Oberösterreich zurückgekehrt. Resultat ist ein ungewöhnlicher Dokumentarfilm über Ansfelden, eine Kleinstadt in der Nähe von Linz, in der er schon als Kind auf das titelgebende „schlechte Feld“ des elterlichen Hofes blicken konnte. Geprägt ist der Film von fixen, oft lang dauernden und hart geschnittenen Ansichten des Dorfs und seiner nicht nur akustisch von der Autobahn bedrängten Umgebung. Die einzelnen Bilder zeigen dabei kaum Spektakuläres.
Es ist die Montage der Motive – die monotone, zersiedelte Landschaft, die menschenleeren Straßen der Stadt und die teilnahmslos und abgestumpft wirkenden Bauten in ihr –, die ein niederschlagendes Gefühl hervorruft. Verbunden mit dem von Sallmann aus dem Off eingesprochenen lakonischen Text, der im Tonfall eines Chronisten vom Wegbrechen der traditionellen Landwirtschaft, aber auch von NS-Politik, Zwangsarbeitern und Todesmärschen berichtet, treten so immer mehr unverarbeitete Aspekte einer Dorfgeschichte hervor.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Das schlechte Feld“ im Kino in Berlin

Das schlechte Feld, Deutschland/Österreich 2011; Regie: Bernhard Sallmann; 64 Minuten

Kinostart: 24. November

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