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Im Kino: „Das Tagebuch der Anne Frank“

Im Kino:

Die Geschichte von Anne Frank (Lea van Acken) zeigt wie kaum eine andere, dass es bei den sechs Millionen Menschen, die in der Schoah getötet wurden, auf jeden einzelnen ­ankam. Ein hoch begabtes Mädchen, das im letzten Moment noch in das Todes­lager kam. Beinahe hätte sie mit ihrer ­Familie überlebt, eingesperrt in einem Hinterhaus, umsorgt von aufrechten Menschen in Amsterdam.
Hans Steinbichler erzählt die Geschichte noch einmal, so korrekt wie möglich, nachdem wir inzwischen die unbearbeitete Version des Tagebuchs kennen. Das Ergebnis ist ein widersprüchlicher Film, packend in manchen Details, weitgehend überzeugend auch in der Leistung der zentralen Darsteller; andererseits aber in seiner betulichen musikalischen Untermalung und mit seinem gehaltvollen Ausstattungsrealismus ein in jeder Hinsicht künstliches Produkt, das viel mehr von den Anforderungen heutigen Primetime-Fernsehens erzählt als von dem Drama, das damals in Anne Frank eine hochsensible Zeugin fand.    

Text: Bert Rebhandl

Foto: 2015 Zeitsprung Pictures/ AVE Universal Pictures Productions

Orte und Zeiten: Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch der Anne Frank D 2016, 127 Min., R: Hans Steinbichler, D: Lea van Acken, Ulrich Noethen, Martina Gedeck

Kinostart: Do, 3. März 2016

Lesen Sie auch das Interview mit der Schauspielerin Lea van Acken 

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