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Im Kino: „Das verflixte 3. Jahr“

Das verflixte 3. Jahr

„Ich bevorzuge zu lieben und nicht geliebt zu werden. Man leidet dann mehr“, bekannte unlängst Frйdйric Beigbeder, Ex-Werbetexter und Popliterat. Bekannt und verehrt für seine selbstironische Nabelschau unterfüttert der Franzose gern große Themen mit Autobiografischem – oder ist es umgekehrt? Nun hat er seinen Roman „Die Liebe währt drei Jahre“ (1997) in Eigenregie verfilmt. Sein Alter Ego heißt Marc Marronnier, ist Kulturkritiker und durchlebt schon im Filmvorspann die Höhen und Tiefen seiner ersten Ehe. Verliebt in die Liebe watet Marc wie ein Riesen-Macho-Baby durch die lichte Welt sorgenfreier Mittdreißiger in Paris. Spitzzüngig beobachtet er deren Treiben, verliebt sich in Alice, lästert über die Ehe, gießt seine Erfahrungen in Prosa und landet einen Bestseller. Dabei zerbricht die Beziehung zu Alice. Strotzend vor bösen Bonmots setzt „Das verflixte 3. Jahr“ auf die Ästhetik von Werbeclips und überrascht mit einigen filmischen Kniffen und Ideen. Schade, dass den Charakteren das gewisse Etwas fehlt, sie agieren so steril wie ihre Pendants aus US-amerikanischen Liebesschnulzen.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Magali Bragard / 2012 PROKINO Filmverleih GmbH

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Das verflixte 3. Jahr“ im Kino in Berlin

Das verflixte 3. Jahr (L’amour dure trois ans), Frankreich 2011; Regie: Frйdйric Beigbeder; Darsteller: Gaspard Proust (Marc Marronnier), Louise Bourgoin (Alice), Joey Starr (Jean-Georges); 98 Minuten; FSK 12

Kinostart: 19. Juli

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