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Im Kino: „Das wahre Leben ist anderswo“

Unterwegs begegnen ihnen Fremde und nächtliche Abenteuer. Die Wissenschaftlerin lernt einen Mann ohne Geld kennen, kauft ihm eine Fahrkarte und nimmt ihn in Marseille mit aufs Zimmer. Die in der Schweiz geborene Italienerin sieht sich auf dem Weg nach Neapel mit einem etwas lästigen Schlafwagenschaffner konfrontiert. Und der frischgebackene Vater, der unterwegs nach Berlin in Düsseldorf strandet, wird von einer sehr eigenwilligen Tschechin vernascht.
Das wahre Leben ist anderswo“ handelt von der vorübergehende Freiheit des Transits und von der Intimität, die sich manchmal zwischen Fremden in der Fremde entwickelt. Regisseur Frйdйric Choffat hat ihn mit einem Mini-Team realisiert, die Schauspieler improvisierten nach knappen Vorgaben. Dabei vollziehen sich die Wechsel zwischen den drei Schauplätzen harmonisch, drängt sich das Konstruierte der Erzählform nie in den Vordergrund, bleibt der Fokus der Aufmerksamkeit immer auf die Figuren gerichtet. Auf jenen Moment wartend, in dem diese einen gänzlich Unbekannten in ihr Herz blicken lassen.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Das wahre Leben ist anderswo“ im Kino in Berlin

Das wahre Leben ist anderswo (La vraie vie est ailleurs), Schweiz 2006; Regie: Frйdйric Choffat; Darsteller: Sandra Amodio (Frau aus Marseille), Dorian Rossel (Mann, Berlin), Antonella Vitali (Frau, Neapel); Farbe, 84 Minuten


Kinostart: 4. Juni 2009

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