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Im Kino: „The Deep“ von Baltasar Kormбkur

MFAFilmdistributionDem Meer bleibt Baltasar Kormбkur auch mit seinem jüngsten Film treu. Der isländische Regisseur, bekannt geworden mit „101 Reykjavik“ und „Die kalte See“, erzählt diesmal eine wahre Geschichte aus seiner Heimat, die des Fischers Gulli, der 1984 als einziger den Untergang seines Fischkutters in einem Sturm überlebte, indem er immer weiter schwamm, bis er schließlich nach sechs Stunden Land erreichte. Gedreht „im atlantischen Ozean und ohne Spezial­effekte“ ist der Film in diesen Passagen, in denen Gulli die Gedanken an das, was er versäumt hat in seinem Leben, durch den Kopf gehen, in denen er aber auch durch die Zwiesprache mit einer Möwe Lebensmut schöpft, ein eindringliches Monument des Lebenswillens, bei dem die dokumentarische Nüchternheit immer wieder in poetisch-surreale Momente überführt wird. Die anschließenden Untersuchungen in einer britischen Militärklinik, in der man Gulli einem Vergleichstest mit Soldaten unterzieht, um dieses medizinische Phänomen zu ergründen und zu der Vermutung kommt, es liege an seinem ausgeprägten Körperfett, haben dagegen eher einen ironischen Tonfall. So zerfällt „The Deep“ in mehrere Teile, die relativ unverbunden nebeneinanderstehen.

Text: Frank Arnold

Foto: MFA Filmdistribution

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Deep“ im Kino in Berlin 

Djъpio Island/Norwegen 2012; Regie: Baltasar Kormбkur; Darsteller: Уlafur Darri Уlafsson (Gulli), Jуhann G. Jуhannsson (Palli), Thorbjörg Helga Thorgilsdуttir (Halla); 96 Minuten; FSK 12; Kinostart: 27. Juni

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