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Im Kino: „Dem Himmel ganz nah“

Dem Himmel ganz nah

In den Karpaten gibt es Gegenden von faszinierender Abgelegenheit. Hier fällt jeder Mast einer Stromleitung auf, der in einem Bild auftaucht. In Titus Faschinas Dokumentarfilm „Dem Himmel ganz nah“ sind denn auch alle Zeichen der Zivilisation eine echte Rarität. Die Schafhirtenfamilie, die hier porträtiert wird, orientiert sich am Wetter, an den Jahreszeiten und allenfalls noch am Kirchenjahr. Während die Moderne von Entwicklung besessen ist, schauen die Stancius (Vater, Mutter, erwachsen werdender Sohn) morgens nach der Fettschicht, die sich auf der Milch gebildet hat. Faschina zeigt also ein Leben, das aus der Zeit gefallen scheint, in einer beeindruckenden Natur, von der er sich aber, wie auch von den stellenweise fast schon erhabenen Schwarzweißbildern Bernd Fischers, ein wenig zu sehr in den Bann schlagen lässt. „Dem Himmel ganz nah“ errichtet ein Monument für eine ursprüngliche Lebensform, dessen Kontext keine konkrete Gesellschaft darstellt, sondern das Faszinationsbedürfnis weit entfernter Konsumenten.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Bernd Fischer / GM Films

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Dem Himmel ganz nah“ im Kino in Berlin

Dem Himmel ganz nah, Deutschland/Rumänien 2010; Regie: Titus Faschina; 97 Minuten; FSK 6

Kinostart: 13. Oktober

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